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Leben
und das Leben
Vortrag von Daskalos vom 12.Oktober 1977
Was ist
Leben und was ist das Leben?
Leben und das Leben sind
zwei unterschiedliche Dinge. Leben
ist Absolute Seinsheit, Absolutes
Leben, die Absolute Realität. Das Leben ist dieselbe Absolute
Seinsheit in ihrer Vielfalt, aber in seinem Ausdruck sind es Phänomene des
Lebens.
Das Eine ist
Leben, Absolutes
Leben. Innerhalb dieses Absoluten
Lebens sind alle Phänomene des
Lebens enthalten. Innerhalb dieses Absoluten
Lebens sind wir. In ihm bewegen
wir uns und existieren wir. Leben
ist der Ozean, aus dem wir die Phänomene des Lebens (nicht Absolutes
Leben) in die Welten der
Getrenntheit ziehen.
Was ist die Beziehung zwischen den beiden?
Leben
ist EINS, EINS ist die Absolute Seinsheit, das Absolute
Leben, Absolute Realität,
selbstgenügendes Leben, die
Wahrheit selbst.
Das Leben ist
der Ausdruck der Absoluten Seinsheit in seiner Vielfalt, als Phänomen des
Lebens, und wir erkennen dieses Leben in vielen Stadien und Formen.
Verschiedenartig ist das Leben der menschlichen Wesen, verschiedenartig ist das
Leben im Tierreich, verschiedenartig ist das Leben im Pflanzenreich und im
Mineralreich. Verschiedenartig ist auch das Leben der Engel, ausgedrückt durch
die Gedanken. Verschiedenartig ist das Leben der Erzengel, der verschiedenen
Erzengelränge. Können wir sagen, dass das Leben des Christus Logos
verschiedenartig ist? Nein. Als Bewusstsein sind wir Zellen des Absoluten
heilig-geistigen Bewusstseins. (Als Selbstgewahrsein sind wir
Zellen des logoischen Absoluten Selbstgewahrseins).
Der Vielgeliebte (Joshua der Christus) ist
das Licht, das jedes menschliche Wesen, das in die Welt kommt, erleuchtet. Er
ist das Licht, das uns das Selbstgewahrsein gibt. So gesehen führen wir ein
„Zellen-Leben“ innerhalb des Absoluten Lebens.
Ich wiederhole: Als bewusste Zellen, sind
wir Zellen des Absoluten heilig-geistigen Bewusstseins. Als Selbstgewahrsein der
Zellen, als Selbstgewahrsein unserer derzeitigen Persönlichkeit in ihrem
Ausdruck, sind wir Zellen des Christus-Gewahrseins, des logoischen
Selbstgewahrseins. Aber, wir sind nicht Zellen – wir sind das Leben und
wir sind Leben. Wir sind das
heilig-geistige und logoische Leben. Wir sind
Leben als Heilige Monaden, Teil
der Absoluten Seinsheit. Schenkt diesem Punkt Beachtung.
Was ist unser wahres Selbst? Welche Form
des Lebens hat unser wahres Selbst? Ich spreche nicht vom Leben als
Ausdruck der Seele, denn dieses hat einen Anfang und ein Ende. Absolutes
Leben, das
Leben der Heiligen Monade dehnt
sich manchmal aus in einen Zustand von Zeit und Bewegung, wenn es durch den
Himmlischen Menschen hindurch geht, durch die Idee des Menschen. Dieses Leben
hat einen Anfang und ein Ende. Hier kommen wir zum Anfang der „ontopeisis“.
[Dieses Wort kann nicht übersetzt werden.
Im Griechischen heisst „on“ „Sein“ und „peisis“ entspringt dem Verb „werden“.
Das Wort „Ontopeisis“ steht in enger Verbindung mit dem Begriff „Theose“. Aus
der Sicht der menschlichen Wesen ist die Theose das, was wir unter Erleuchtung
verstehen – die Vereinigung mit dem Geist-Ego. Das was wir „ontopeisis“ nennen,
ist vom Standpunkt des Geist-Egos zu sehen, und zwar ist es das, was es durch
seine Projektion durch die Idee des Menschen hindurch und durch sein Leben auf
Erden bis hin zur Theose gewonnen hat. Daskalos pflegte uns zu sagen, dass wir,
wenn wir durch die Theose wieder „nach Hause“ kommen, ein „volleres Sein“ haben,
als unsere Brüder die Erzengel, die nur Gott kennen.]
Als selbstgewahres Selbst der derzeitigen
Persönlichkeit sind wir logoisches Leben. Logoisch – aber das logoische Leben
macht in der Welt der Getrenntheit seine eigenen Erfahrungen und der Sinn des
Bösen bleibt sogar im logoischen Selbstgewahrsein enthalten. Wäre es nicht auch
da enthalten, wäre keine Kontrolle möglich.
Was das logoische Selbstgewahrsein unseres
permanenten Persönlichkeits-Selbst betrifft, können wir sagen, dass wir es in
einem gewissen Sinne sind und in einem gewissen Sinne nicht sind. Wir haben
einen materiellen Körper, der geboren wird, wir wachsen auf, wir entwickeln uns
entsprechend der heilig-geistigen Totalen Weisheit, Allmacht und Güte bis hin
zur Auflösung, wo wir Asche zu Asche werden. Als materieller Körper und sein
ätherisches Doppel, als psychischer Körper und sein ätherisches Doppel und als
noetischer Körper mit seinem ätherischen Doppel, sind wir das
Persönlichkeits-Selbstgewahrsein. Darin drückt sich das Leben in den Welten der
Getrenntheit in der dreidimensionalen Welt aus. Als materieller, psychischer und
niederer-noetischer Körper sind wir rein heilig-geistig. Schenke diesem Punkt
Beachtung. In diesem Punkt gehen wir einig mit dem Griechisch-Orthodoxen Dogma.
Auch wenn wir sagen, dass der Geber des
Lebens, der Heilige Geist ist, so sagen wir doch auch, dass durch Christus Logos
alles war, ist und sein wird.
So gesehen ist unser Selbst als
Persönlichkeits-Gewahrsein, als die verschiedenen Körper, als materieller
Körper, als psychischer Körper und als noetischen Körper, heilig-geistig und sie
unterstehen dem heilig-geistigen Bewusstsein und später dem Super-Bewusstsein.
Aber als Mittel zum Ausdruck des inneren Selbst, unseres selbstgewahren
permanenten Persölichkeits-Selbst und unseres Seelen-Selbstgewahrseins, stellen
unsere Körper einen logoischen Ausdruck dar. Das ist genau das, was dem Menschen
seine Form als derzeitiges Persönlichkeits-Selbstgewahrsein gibt. – Das ist
Selbstgewahrsein. Selbstgewahrsein innerhalb der Grenzen von Zeit und Raum,
während unser Selbst als Leben
innerhalb des Absoluten und ewigen Jetzt ist und nicht diesem Konzept von Zeit
und Raum unterworfen ist. Schenke diesem Punkt Beachtung.
Lektionen dieser Art erfordern viel tiefe
Meditation, um diese Zustände empirisch erfahren zu können. Wenn du dir in dir
selbst bewusst wirst, was du bist, und wenn du dir bewusst wirst, dass du in
Wahrheit nicht das bist, was du zu sein glaubtest, dann befindest du dich auf
der niedrigsten Stufe des Ausdrucks der derzeitigen, permanenten Persönlichkeit.
Ich nannte den Ausdruck der permanenten Persönlichkeit „derzeitig“, weil du dich
selbst sicher nicht als spekulatives Wesen (als Hypothese) wahrnimmst. Du wirst
dich selbst jetzt, in diesem Moment, wahrnehmen als Wesen, das gekleidet ist im
derzeitigen Persönlichkeits-Selbstgewahrsein.
So haben wir in der Gegenwart, innerhalb
des derzeitigen Persönlichkeits-Selbstgewahrseins, auch ein anonymes
Persönlichkeits-Selbstgewahrsein. Das ist genau der Punkt, an dem sich die
beiden Zustände verbinden, wo sie sich treffen: zwei Zustände, die wir als einen
wahrnehmen.
In anderen Unterweisungen haben wir das
symbolisch als eine Linie mit zwei Enden dargestellt. Diesen Sachverhalt
erkennen wir nur, wenn wir beide Enden berührt haben. Wir können nicht
unterscheiden, wo das Selbst der derzeitigen Persönlichkeit ist oder nicht ist
und wo das Selbst der permanenten Persönlichkeit ist oder nicht ist.
Damit wir mit unserer Untersuchung tiefer
vordringen können, müssen wir uns über die Enden dieser Linien hinaus ausdehnen.
Wenn wir die Enden erreichen, werden wir
uns nicht nur für einen Punkt auf der Linie interessieren – das Selbst des
permanenten Persönlichkeits-Gewahrseins. Wir interessieren uns vielmehr für zwei
Punkte, den leuchtenden Punkt und den weniger leuchtenden Punkt. Der leuchtende
Punkt ist unser ausgedehntes wahres Selbst und dieses wird unserem weniger
leuchtenden Selbst die Wirklichkeit zeigen. Unser Seelen-Selbstgewahrsein, d.h.
unser permanentes Persönlichkeits-Selbstgewahrsein kennt die Wirklichkeit. Das
Selbst der derzeitigen Persönlichkeit (der weniger leuchtende Punkt der Line)
kennt die Wirklichkeit nicht und muss vom wahren inneren Selbst lernen.
Wir können unterscheiden zwischen unserm
Kleid und unserem Körper. Wir können unsere Kleider ausziehen und sagen: Dies
ist mein Körper und das ist mein Kleid. Es ist nicht möglich, so etwas von
unserer permanenten Persönlichkeit zu sagen. Die permanente Persönlichkeit kann
ihren Ausdruck (um nicht zu sagen ihr Kleid), das derzeitige
Persönlichkeits-Selbstgewahrsein, nicht wegwerfen um ihr volles Selbst zu
erkennen. Wenn wir in der Lage sein werden, beide Enden zu erkennen, werden wir
es wissen. Es gibt keinen anderen Weg.
Das ist der Weg. Diese Linie ist der Weg,
die Wahrheit und das Leben.
Das Leben: Wir müssen tief meditieren,
damit wir fähig werden, uns mit unserem wahren Selbst zu identifizieren. Dann
wird unser wahres Selbst der Wille sein. Es wird das Selbst der derzeitigen
Persönlichkeit kennen und beherrschen.
Können wir uns auf das eine Ende der Linie
konzentrieren, um weiter zu schreiten? Nein, wir müssen uns gleichzeitig auf
beide Enden der Linie konzentrieren. Würden wir uns nur auf ein Ende
konzentrieren, wie könnten wir dann vergleichen? Die Konzentration hat simultan
auf beide Enden gerichtet zu sein – auf beide Enden, auf keinen anderen Punkt
der Linie.
Noch etwas: Die ganze Linie, der weniger
leuchtende Punkt inbegriffen, ist das permanente
Persönlichkeits-Selbstgewahrsein. Das Selbst der derzeitigen Persönlichkeit ist
der Ausdruck der permanenten Persönlichkeit in Zeit und Ort. Wäre das nicht so,
wie könnte das als Phänomen Vergängliche in Unvergänglichkeit und das als
Phänomen Sterbliche in Unsterblichkeit gekleidet werden?
Die Erinnerung an das was wir gestern
waren, löst sich auf. Wie könnte das Selbst der derzeitigen Persönlichkeit in
Unsterblichkeit gekleidet sein, wenn es nicht vom wahren Selbst aufgenommen
(assimiliert) würde?
Ein weiterer Punkt, dem wir Beachtung
schenken sollen: Das Selbst des permanenten Persönlichkeits-Selbstgewahrseins
(das Selbst des Seelen-Selbstgewahrseins) zieht Erinnerungen aus dem was wir
Unterbewusstsein nennen, und zwar sowohl aus dem Unterbewussten der derzeitigen
Persönlichkeit, als auch aus seinem eigenen Selbst, aus dem Selbst der
permanenten Persönlichkeit. Daraus resultiert, dass wir uns immer erinnern an
das, was wir das Gestern nennen, oder die Vergangenheit in dieser Inkarnation.
Kann es eindringen in diese Vergangenheit
und alte Erinnerungen aus der Vergangenheit an die Oberfläche bringen? Ja.
Schmerzen? Ja, auch Schmerzen. Tortur? Auch Tortur. Auch Verzweiflung, die wir
in einer vergangenen Inkarnation empfanden – die derzeitige Persönlichkeit
könnte sie wieder beleben mit der Hilfe des Selbst der permanenten
Persönlichkeit.
Wir können Erinnerungen herholen, entweder
von gestern, von vorgestern, oder von einem Tag in jener Inkarnation, die weit
zurück in der Vergangenheit liegt, sogar hundert oder tausend Jahre zurück. Wir
holen sie her. Was holen wir her? Nur die Erinnerung. Wir erwecken die
Vergangenheit nicht zu neuem Leben. Es gibt keine Wiederbelebung der
Vergangenheit. Ich bin zur Zeit in der Gegenwart und ich lebe gegenwärtig als
Leben und als Phänomen des
Lebens. Ich bin ganz. Das was ich die Erinnerung aus der Vergangenheit
nenne, ist die Widerspiegelung dieser Erinnerung in der Gegenwart, in diesem
gegenwärtigen Moment, in meinem „Jetzt“, in mir selbst.
Ich sagte Widerspiegelung: Ich kann diese
Widerspiegelung untersuchen. Wie untersuche ich sie? Es gibt zwei Wege: Entweder
mache ich Gebrauch von Gedanken oder ich dringe ein in den noetischen Körper,
den Körper der Erinnerung der Vergangenheit. Das ist eine grosse Arbeit, mit der
du dich vertraut machen sollst.
Was tun wir die ganze Zeit auf die eine
oder andere Weise? Wir reflektieren Erinnerungen in die Gegenwart. Zur Zeit sind
wir nicht mehr als eine derzeitige Schatten-Persönlichkeit. Trotzdem sind wir
das derzeitige Persönlichkeits-Selbstgewahrsein und zur gleichen Zeit das Selbst
als permanentes Persönlichkeits-Selbstgewahrsein – Kraft, Wille, Willenskraft
und Vernunft.
Nach und nach müssen wir den Begriff von
Raum und Zeit verstehen. Es ist eine Frage der Erfassung des Konzepts. Wir
müssen untersuchen, was für eine Rolle dieser Begriff von Zeit und der Begriff
von Raum spielen in der Erschaffung von Tatsachen und Ereignissen in den
Phänomenen des Lebens und in der Erinnerung an diese Tatsachen und Ereignisse.
Der Begriff von Raum und Zeit spielt eine grundlegende Rolle innerhalb der
Phänomene des Lebens.
Was liegt all dem in Wirklichkeit zu
Grunde? Bewegung (kinesis). Bewegung gibt uns den Begriff von Zeit und Raum.
Welche Art der Bewegung? Wessen Bewegung? Die des materiellen Körpers? Nein.
Gibt es Bewegung im Erinnern von Ereignissen? Ist Bewegung Gedanke? Haben wir
einen Gedanken, so führt er uns vom Anfang bis hin zu einem bestimmten Resultat,
einem Ergebnis. – Ist das nicht Bewegung innerhalb von Zeit und ebenso innerhalb
von Raum? Was für eine Art von Raum ist das? In diesem Moment sitze ich auf
meinem Stuhl. Ich habe meine Augen geschlossen. Ich habe diesen Gedanken und ich
bin am meditieren. Von welchem Raum sprechen wir? Dieser Raum gibt mir den
Begriff von Zeit und von einem begrenzten Raum.
Ich gebe euch ein Beispiel. Wir sitzen in
diesem Raum. Wir kennen den Raum, den dieses Zimmer einnimmt. Er hat so und so
viele Kubikmeter. Wir können innerhalb dieses Raumes aufstehen und darin mit
unserem materiellen Körper umhergehen. Wenn wir unsere Augen schliessen – wir
wissen genau, wie dieser Raum aussieht – werden wir uns dieses Raumes bewusst
und er wird ein Teil unseres Selbstgewahrseins. Wir schliessen unsere Augen und
bewegen uns innerhalb dieses begrenzten Raumes, bestehend aus einigen
Kubikmetern.
In welchem Raum bewegt sich ein Architekt,
wenn er seine architektonischen Pläne in seinen Gedanken erschafft, noch bevor
er diese auf Papier zeichnet? In welchem Raum bewegt er sich? Er bewegt sich
innerhalb des Begriffes von Raum und kann in diesem begrenzten Raum sehen, dass
er eine bestimmte Anzahl von Kubikmetern beinhalten muss. In seinen Gedanken
kann er in diesen Räumen leben, sogar bevor er sie auf Papier gezeichnet hat.
Für ihn ist das eine Realität. Gott hilft ihm, wenn er nicht fähig ist, diese
Realität durch Visualisation zu erreichen.
Visualisation ist eine Arbeit innerhalb des
Begriffes von Zeit und Raum, aber es ist irgendwie anders, als wir es in der
dreidimensionalen Welt kennen. Wenn wir meditieren, haben wir dann nicht immer
noch den Eindruck von der dreidimensionalen Welt? Wir müssen darüber nachdenken,
sowohl in der Meditation, als auch in der Innenschau. Dies ist eine
wissenschaftliche Arbeit. Wir sollten nicht meditieren und noetische Bilder
erschaffen, welche die Oberfläche unseres Bewusstseins aus dem Unterbewusstsein
erreichen, ohne dass wir ihre Beziehung zum Begriff von Zeit und Raum kennen.
Wir wären nicht fähig diese auszudehnen,
sie zu kennen und sie zu beherrschen. Sie würden unserer Wahrnehmung entwischen.
Wie wäre das später, wenn wir diese Bilder materialisieren möchten? In der
Materialisation spielt die Übertragung dieser noetischen Bilder eine wichtige
Rolle. Das ist Kinesis (Bewegung). Es ist eine Frage von Vibration und Frequenz
- der Schwingung dessen, was wir Elementale nennen. Sie kommen aus der
noetischen Welt, der Welt der Gedanken, in die dreidimensionale Welt, der Welt
der Materie. Das ist Materialisation. Somit habe ich euch den Mechanismus
aufgezeigt. Das Gegenteil bewirkt die Dematerialisation. |