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Daskalos: Die Legende vom
Schwert ohne Spitze
Der Beginn der Weißen Bruderschaft
Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den
Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom
Morgenland nach Jerusalem, die sprachen:
Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir
haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen,
ihm zu huldigen. – Matthäus 2,1-2
Nicht lange nach der unbefleckten Empfängnis hatten
bestimmte Weise aus dem Morgenland hellsichtig der Jungfrau
Geburt vorausgesehen, der vollen Inkarnation des Logos im
Christ-Kind, in Joshua Immanuel. Einer dieser weisen Männer
war der Maharadscha Rama-Touaivahan, welcher gemeinsam mit
seinem treuen Freund und Berater Chekitana die Zeit und den
Ort in Palästina bestimmte, wohin sie reisen würden, um dem
leibhaftigen Gott zu huldigen.
Der Maharadscha bestimmte seine Mutter und seinen Bruder zu
den gemeinsamen Regenten seines Reiches und brach in
Begleitung von Chekitana nach Palästina auf. Ihr heiliger
Weg führte sie durch Armenien, das in jenen Tagen in zwei
sich bekriegende Reiche geteilt war, welche von den
Zwillingsbrüdern Gaspar und Dikran regiert wurden. Rama
versöhnte die beiden Brüder und Gaspar erlaubte Dikran über
beide Reiche zu herrschen, so dass er sich Rama und
Chekitana auf ihrer Pilgerreise anschließen konnte.
Während sie nach Süden weiterreisten, begegneten sie dem
Astrologen Shakh Baal-das-Oaussar (was „der Diener des
Gottes Osiris“ bedeutet). Der Shakh fragte, ob er sie
begleiten dürfe; und so schloss er sich, mit zwei Dienern,
dem Gefolge an. Zur vorherbestimmten Zeit erreichten sie
Palästina, und obwohl sie Herodes Gedanken lesen konnten und
sich daher des Königs Bosheit wohl bewusst wahren, bestand
Baal-das-Oaussar darauf, Herodes zu besuchen, in der
Hoffnung ihr Besuch werde möglicherweise das Herz des
römischen Herrschers umstimmen.
Von dort zogen sie nach Bethlehem weiter, wo sie, von einem
Stern geführt, die heilige Familie fanden. Der Maharadscha
stellte sich Josef und Maria vor und machte sie mit seinem
Freund und Berater Chekitana bekannt. Danach stellte er den
armenischen König Gaspar und seine Diener vor. Nun trat der
Beduine Shakh, sich und seine zwei Diener bekannt machend,
vor. Der Maharadscha näherte sich dem Kind, zog seine
purpurfarbene königliche Robe aus und legte sie um die
Krippe. Nur sein weißes Untergewand blieb; weshalb Schüler
der Wahrheitsforschung immer weiße Gewänder trugen, als
Symbol der reinen Absicht und Hingabe, im Andenken an diesen
Moment.
Als Nächstes zog der Maharadscha sein Schwert, stellte
seinen rechten Fuß auf einen Hocker und presste das Schwert
an seinen Oberschenkel. Das Schwert brach in der Hälfte. Er
platzierte die zwei Stücke der gebrochenen Klinge am Fuße
der Krippe in der das Gotteskind lag und verkündete: „Mein
Herr, zu deinen Füßen liegt alle Macht und Herrschaft.“ Das
ist der Ursprung des Schwertes ohne Spitze des Friedens, der
Vernunft und Liebe, verwendet von der Bruderschaft des
weißen Gewandes bei Meditation und Einweihung.
Dann betete der Maharadscha neben der Krippe kniend. An
seiner Seite betete auch Chekitana. Als er sein Gebet
beendet hatte, stand der Maharadscha auf und rief: „Ham El
Khior!“ (Sanskrit: „Wir sehen Gott“). Von da an wurde der
Maharadscha Rama-Touaivahan „Ham El Khior“ genannt. Der
Maharadscha deutete einem seiner Diener eine große hölzerne
Kiste zu bringen. Er stellte diese der Jungfrau Maria zu
Füßen und sagte: „My Lady, Mutter des Gottessohnes, nehmet
dieses Gold als Zeichen unserer Liebe. Ihr werdet es bald
brauchen können.“
Der armenische König Gaspar kniete vor dem Gotteskind.
Gaspar ergriff die Krippe mit beiden Händen und presste
seine Stirn dagegen, weinend sagte er: „Mein Herr, Sohn des
Allmächtigen, du führtest uns her mit deinem hellen Stern.
Wir werden demütig vor eurer göttlichen Majestät. Mein Herr
und Gott der Liebe, erbarme dich unser.“ Aus den Händen
eines Dieners nahm Gaspar eine Räucherschale und füllte sie
mit brennender Holzkohle und Weihrauch. Das Haus füllte sich
mit seinem anmutigen Duft. König Gaspar überreichte der
Mutter Gottes eine Kiste voll Weihrauch und einen Beutel mit
Gold.
Shakh Baal-das-Oaussar trat mit seinen beduinischen Dienern
an die heilige Familie heran, er verbeugte sich vor dem
Gotteskind, pries Allah den Einen Gott, den Gott ihres
Vaters Ibrahim. Kniend brachte der Shakh seine Verehrung zum
Ausdruck und überreichte seine Opfergaben. Und so bestiegen
drei Magi, ihre Suche vollendet, ihre Pferde und Kamele. Mit
erhobenen Herzen und voll des Friedens verließen die Pilger
Bethlehem, um die freudige Nachricht zu verbreiten.
Herrlichkeit Gott in der Höhe und Friede auf Erden den
Menschen des Wohlgefallens - Lukas 2,14
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